Wohnen

Im St. Georgshof leben psychisch beeinträchtigte erwachsene Menschen mit meist chronischem Krankheitsverlauf, die der ständigen Betreuung und Förderung innerhalb eines geschützten Lebensraumes bedürfen, bei denen jedoch keine akute medizinische Therapie mehr indiziert ist.

Die überwiegende Mehrzahl der Bewohner*innen wird aus dem Langzeit-, Akut- und Suchtbereich des Bezirkskrankenhauses Kaufbeuren und vergleichbaren Einrichtungen aufgenommen. Es handelt sich dabei vorwiegend um Personen, deren psychische Befindlichkeit von einer starken Instabilität gekennzeichnet ist und die zum Teil aufgrund langjähriger Heim- und Krankenhausaufenthalte Hospitalisierungssymptome und Defizite im lebenspraktischen Bereich zeigen. Das Altersspektrum bewegt sich im Moment bei insgesamt 60 Bewohner*innen zwischen 20 und 80 Jahren. Das Durschnittsalter liegt bei knapp 48 Jahren.

Die häufigsten Krankheitsbilder sind chronisch verlaufende Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis. Immer häufiger erhalten wir auch Aufnahmeanfragen für Menschen mit Doppeldiagnosen wie z.B. schweren Persönlichkeitsstörungen mit einer sekundären Suchterkrankung. Bei einem kleinen Teil der Bewohner besteht die Zweitdiagnose einer Intelligenzminderung, wobei primäre geistige Behinderung, ebenso wie vorrangige Pflegebedürftigkeit im Sinne des SGB XI, für Neuaufnahmen ein Ausschlusskriterium darstellt.

Als Aufnahmekriterium gilt, neben der Freiwilligkeit des Klienten, eine Kostenübernahmeerklärung nach § 53 / 54 SGB XII, durch den überörtlichen Träger der Sozialhilfe (Bezirk). Die Aufenthaltsdauer der Bewohner*Innen des St. Georgshofs ist grundsätzlich nicht begrenzt. Sie wird in der Regel durch den Kostenträger befristet festgelegt und das Fortbestehen der Notwendigkeit turnusmäßig durch den Medizinisch Sozialpädagogischen Dienst (MSD) des Kostenträgers überprüft.

Das Wohnheim

Im stationären Wohnen verfügt der St. Georgshof über 60 Plätze, aufgeteilt auf 24 Doppelzimmer und 12 Einzelzimmer. Die Bewohner*innen leben in fünf therapeutischen Wohngemeinschaften mit je 12 Personen. Je Wohneinheit gibt es eine Gemeinschaftsküche, ein Wohnzimmer, Sanitärbereiche und ein Betreuerbüro. Jede Wohngemeinschaft kocht gemeinsam für sich und organisiert die Versorgung selbst.

Für verschiedene Freizeitaktivitäten stehen im St. Georgshof folgende allgemeine Räumlichkeiten und Anlagen zur Verfügung:

  • Großer Mehrzweckraum
  • Kleiner Aufenthaltsraum
  • Traumoase/Snoezelenraum
  • Gymnastikraum
  • Gartenanlage mit Grillplatz, Gartenhaus, Gewächshaus, Sportangebote
  • Telefonzelle mit kostenloser Flatrate
  • Kostenloser WLAN-hotspot
  • Raucherzimmer
Die fünf Wohngruppen

Wohngruppe A

Die Wohngruppe A ist das zu Hause für Menschen mit einem erhöhten Betreuungsbedarf. Es werden individuelle, primär niederschwellige tagesstrukturierende Maßnahmen, hauptsächlich im Rahmen des Gruppenalltags oder in der Arbeits- und Beschäftigungstherapie [AT/BT] angeboten. Ihnen soll ein Schon- und Schutzraum innerhalb der Einrichtung gewährt werden, der neben positiven Gemeinschaftserfahrungen individuelle Betreuung und Förderung ermöglicht.

Wohngruppe B

Die Wohngruppe B bietet einen Lebensraum für Menschen jüngeren und mittleren Alters, die einen strukturierten Tagesablauf benötigen und einen weniger ausgeprägten Betreuungsbedarf haben. Neben dem Erkennen der Ressourcen steht für die Bewohner vor allem das Fördern und Ausbauen ihrer Fähigkeiten im Vordergrund. Konstante Beziehungsangebote und ein geregelter, klar strukturierter Alltagsrahmen stellen erste Ansatzpunkte für die persönliche Weiterentwicklung des Einzelnen dar. Voraussetzung für das Wohnen in der Wohngruppe B ist die regelmäßige Teilnahme an einer Tagesstruktur in der Förderstätte [FS], Arbeits- und Beschäftigungstherapie [AT/BT] oder einer externen Werkstatt für behinderte Menschen [WfbM].

Wohngruppe C

Hier finden ältere Menschen ihre Heimat. Auf ihre speziellen Bedürfnisse nach Ruhe, Stabilität und Versorgung wird verstärkt eingegangen. Tagesstrukturierende Maßnahmen erfolgen durch die Mitarbeit bei der Zubereitung der Gruppenmahlzeiten oder durch eine Tätigkeit im Bereich der Arbeits- und Beschäftigungstherapie [AT/BT]. Die Klienten erhalten gezielte Unterstützung bei ihrer Freizeitgestaltung. Ziel der Betreuung ist es, durch verstärkte menschliche Zuwendung Bindungen zu den Bewohnern herzustellen bzw. zu erhalten. Dies macht eine Aufarbeitung der Vorgeschichte und ein gemeinsames Erarbeiten von Zukunftsperspektiven - auch vor dem Hintergrund eingeschränkter Ressourcen und fortschreitender körperlicher Handicaps - möglich. Der Wechsel in eine "Pflegeeinrichtung" (SGB XI) soll so lange wie möglich vermieden werden.

Wohngruppe D

Menschen mit niedrigerem Betreuungsbedarf leben in dieser Gruppe. Der regelmäßige Besuch einer tagesstrukturierenden Maßnahme in Form von Arbeits- und Beschäftigungstherapie [AT/BT], Förderstätte [FS] oder einer externen Werkstatt für behinderte Menschen [WfbM] wird vorausgesetzt. Die Vorbereitung auf ein selbständiges Leben außerhalb einer stationären Einrichtung (Ambulant Betreutes Wohnen in Wohngemeinschaft oder Einzelbetreutem Wohnen, Familienpflege, etc.) steht im Vordergrund. Neben der therapeutischen Arbeit ist ein weiterer Schwerpunkt die Förderung lebenspraktischer Fähigkeiten und Fertigkeiten. Der Alltag in dieser Wohngruppe entspricht weitgehend „normalen" Lebensbedingungen und gestaltet sich für die Bewohner als konkretes Lernfeld für den Erwerb von Selbständigkeit und die aktive Wahrnehmung eigener Belange.

Wohngruppe E

Hier leben Menschen mit einer Doppeldiagnose (psychiatrische Erkrankung und Intelligenzminderung), die einer tagesstrukturierenden Maßnahme im Bereich der Förderstätte [FS], Werkstatt für behinderte Menschen [WfbM] oder Arbeits- und Beschäftigungstherapie [AT/BT] nachgehen. Die Klienten erhalten gezielte Unterstützung bei der Freizeitgestaltung. Den erhöhten Betreuungsbedarfen wird hier insbesondere durch gezielte Orientierungsmaßnahmen nachgekommen.

Zimmer

Der St. Georgshof ist mit 24 Doppelzimmern und 12 Einzelzimmern ausgestattet, die jeweils über eine eigene Waschgelegenheit verfügen.

Wir möchten all unseren Bewohnern die Möglichkeit geben, ihre individuellen Bedürfnisse zu verwirklichen. Daher können diese ihre eigenen Möbel und Einrichtungsgegenstände mitbringen - sofern dies nicht die Raumkapazitäten des jeweiligen Zimmers übersteigt.

Den Bewohnern, die keine eigenen Möbel besitzen, stellt der St. Georgshof ein Bett, einen Stuhl, einen Tisch, einen Schrank mit Wertfach und einem Nachtkästchen zur Verfügung. Dennoch wird im Interesse der Bewohner und der Förderung ihrer Eigenständigkeit eine teilweise oder vollständige Eigenmöbilierung nachdrücklich angestrebt.

In St. Georgshof haben die Bewohner kostenlosen freien Zugang zum W-LAN-Netz. Ebenso ist das telefonieren kostenlos.

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