BRK-Wohngruppe Obergünzburg: gemeinsam unterwegs – und für einige ein Stück Abschied
Gemeinsam unterwegs – und für einige ein Stück Abschied
Hüttenfreizeit der BRK-Wohngruppe Obergünzburg wird für Jugendliche vor dem Start in die Ausbildung zu einer besonderen gemeinsamen Zeit
Natur erleben, gemeinsam unterwegs sein und bewusst Zeit miteinander verbringen: Jugendliche der Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) des BRK-Kreisverbands Ostallgäu verbrachten mit ihren Betreuerinnen und Betreuern mehrere Tage auf einer Hütte nahe Schloss Linderhof. Die halbjährlich stattfindende Freizeit konnte auch dieses Mal durch die Unterstützung von Spenderinnen und Spendern ermöglicht werden.
Ausflüge in die Natur
Die Lage der Hütte bot zahlreiche Möglichkeiten für gemeinsame Unternehmungen. Ein Ausflug führte die Gruppe zu den Kuhfluchtwasserfällen. "Die eindrucksvolle Natur und vor allem die willkommene Abkühlung im Wasser kamen bei den Jungs richtig gut an“, berichtet Silke Weinhart, die pädagogische Leitung der Wohngruppe. An einem weiteren Tag machte sich die Gruppe auf den Weg zum Brunnenkopf. Die Wanderung konnte direkt von der Hütte aus gestartet werden. Oben angekommen, wurden die Jugendlichen und ihre Betreuer mit einer schönen Aussicht auf die umliegende Berglandschaft belohnt.
Ohne Handy bleibt mehr Zeit füreinander
Eine inzwischen bewährte Regel galt auch bei dieser Hüttenfreizeit: Die Handys der Jugendlichen blieben zu Hause. Was im normalen Alltag kaum vorstellbar erscheint, gehört bei den gemeinsamen Fahrten der Wohngruppe bewusst zum Konzept. „Wir haben damit schon in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht“, erklärt Silke Weinhart. „Ohne Handy verändert sich das Miteinander. Man sitzt länger zusammen, redet mehr und beschäftigt sich miteinander. Gerade diese Gespräche sind für uns sehr wertvoll.“ Der Tagesablauf bot dafür reichlich Gelegenheit. Gemeinsam wurde gefrühstückt, gespielt und viel gekickt. Am Abend versammelte sich die Gruppe am Lagerfeuer und ließ den Tag zusammen ausklingen. „Es muss gar nicht immer ein großes Programm sein“, sagt Weinhart. „Oft sind es gerade die einfachen Momente, die besonders schön sind.“
Improvisation und Teamgeist im Regenschauer
Dass eine Hüttenfreizeit nicht vollständig planbar ist, zeigte sich beim gemeinsamen Kochen. Das Essen sollte draußen in einem großen Kessel zubereitet werden – ausgerechnet in diesem Moment setzte ein kräftiger Regenschauer ein. Statt das Vorhaben abzubrechen, wurde improvisiert. Kurzerhand suchten die Jugendlichen nach einer praktischen Lösung und sorgten dafür, dass weitergekocht werden konnte. Weinhart: „Die Jungs haben nicht lange diskutiert, sondern zusammen überlegt, wie wir das Problem lösen können. Das hat mit viel Teamgeist und guter Laune funktioniert.“
Erinnerungen an eine gemeinsame Zeit
Für einen Teil der jungen Leute hatte die Fahrt diesmal eine besondere Bedeutung. Im September beginnt für sie mit dem Start einer Ausbildung ein neuer Lebensabschnitt. Im Laufe des Jahres werden sie deshalb auch die Wohngruppe in Obergünzburg verlassen. „Dadurch fühlten sich die Tage für uns ein wenig wie eine Abschlussfahrt an“, erzählt Silke Weinhart. „Wir haben die Jugendlichen über eine lange Zeit begleitet und viel miteinander erlebt. Umso schöner war es, noch einmal ein paar intensive Tage in der Gruppe verbringen zu können.“ Zum Abschied erhielten alle ein T-Shirt zur Erinnerung an diese Zeit.
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Gemeinsame Tage in den Bergen: Jugendliche der BRK-Wohngruppe Obergünzburg verbrachten mit ihren Betreuern eine Hüttenfreizeit nahe Schloss Linderhof. Fotos: Silke Weinhart -
Naturerlebnis und willkommene Abkühlung: Ein Ausflug führte die Jugendlichen der BRK-Wohngruppe zu den Kuhfluchtwasserfällen. Fotos: Silke Weinhart -
Gemeinschaft gehörte zum Programm: Gemeinsame Mahlzeiten, Spiele, Fußball und viele Gespräche prägten die Tage auf der Hütte. Fotos: Silke Weinhart