27.11.2019

BRK St. Georgshof: Förderstätte feierte 30jähriges Jubiläum

BRK St. Georgshof

Gelungener Festakt

„Vor drei Jahrzehnten als Modellprojekt gestartet ist daraus etwas sehr wertvolles entstanden“, so der stellvertretende Bezirkstagspräsident Johann Fleschhut zur Begrüßung.

Die Förderstätte im St. Georgshof, Einrichtung des BRK Kreisverband Ostallgäu in Rettenbach am Auerberg, feierte ihr 30jähriges Jubiläum. „Vor drei Jahrzehnten als Modellprojekt gestartet ist daraus etwas sehr wertvolles entstanden“, so der stellvertretende Bezirkstagspräsident Johann Fleschhut zur Begrüßung. Zu diesem positiven Echo trug auch die Gemeinde Rettenbach bei. Hier im Dorf sei es seit Jahren Gang und Gebe, dass man Wert auf menschliche Komponenten läge, attestierte er Bürgermeister Reiner Friedl.

Kreisgeschäftsführer Thomas Hofmann erinnerte in seinem Rückblick an den Start der Einrichtung in der Frankau im Jahr 1976. Dreizehn Jahre später eröffnete sein Vorgänger, Kreisgeschäftsführer Erwin Stockmeier, die Förderstätte im St. Georgshof. „Es war damals eine ganz neue Idee, diese an ein Heim anzudocken.“ Die enge Verzahnung sollte ein heimeliges Umfeld für die Bewohner schaffen, so Hofmann. Dass dies den Personen hilft, bestätigt Dr. Frank Wiederholt, Oberarzt in der Forensik der Bezirksklinik Kaufbeuren: „Wirkliche Heilung über die Zeit passiert in Häusern wie dem St. Georgshof, wo man die Menschen fördern kann, ihnen Zeit gibt, sie einen heimeligen Rahmen finden und der Bürgermeister sie als Rettenbacher sieht.“

Und die Praxis zeigt es ebenfalls. „Ich habe in der Förderstätte wieder Fuß fassen können“, berichtete Bewohner Mario. „Ich habe dort spezielle Aufträge erhalten und musste das durchhalten.“ So habe er sich Stufe um Stufe von der Förderstätte über die Werkstatt für behinderte Menschen, ein Praktikum in einer Maschinenbau-Firma zu einer Festanstellung herangeführt. Eine Erfolgsgeschichte, die sicher auch dem vom Bezirk Schwaben im Jahr 2008 bewilligten deutlich verbesserten Betreuungsschlüssel zu verdanken sei, erklärt Thomas Pahl, Leiter der Förderstätte im St. Georgshof. Ein Mitarbeiter betreue heute drei Klienten, früher seien es sieben gewesen.

Die Reha-Erfolge tragen dem Rechnung. In Zahlen heißt das: fast dreimal so viele Bewohner haben seitdem die Fähigkeit erlangt, in einer Werkstatt für behinderte Menschen zu arbeiten oder sogar im ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Die Verweildauer der Klienten habe sich halbiert. „Wir versuchen, unsere Arbeit vielfältig zu gestalten, so dass es auf jeden Einzelnen passt.“ Das mache die Arbeit für Pahl und sein vierzehnköpfiges Team jeden Tag von neuem spannend.

„Es gibt mittlerweile neben der Förderstätte zahlreiche ergänzende Angebote und Gruppen im St. Georgshof“, so Einrichtungseiter Joachim Lipp. Sie verfolgen alle das Ziel, das Selbstvertrauen der Klienten zu fördern, damit sie wieder eine aktive Rolle einnehmen. An diesem Jubiläumstag lieferten die Bewohner der Einrichtung für seelisch beeinträchtigte Menschen beeindruckende Kostproben: Sei es Steffi, die in den letzten Wochen bei der Band „Work-Sound-Maschine“ der Wertachtal-Werkstätten als Gastmusikerin an den Proben teilnahm, um bei der 30-Jahr-Feier mitauftreten zu können, sei es ein Klienten-Interview im Talkshow-Format oder die Theatergruppe mit der ‚wahren‘ Geschichte über den Hausherrn, den heiligen Georg.
 

Anlässlich des Festakts zum 30. Jubiläum der Förderstätte im St. Georgshof begrüßten Einrichtungsleiter Joachim Lipp und Thomas Pahl, Leiter der Förderstätte (3. und 4. stehend von rechts), mit seinem Mitarbeiterteam zahlreiche Ehrengäste: (stehend von rechts) Raimund Mittler (Vertreter des Bezirks Schwaben), Dr. Frank Wiederholt (Oberarzt Forensik, Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren), Reiner Friedl (Bürgermeister Gemeinde Rettenbach), Johann Fleschhut (stellv. Bezirkstagspräsident), Renate Dantinger (Sachgebietsleitung Pflege und Soziales BRK Kreisverband Ostallgäu), Erwin Stockmeier (ehem. Kreisgeschäftsführer) sowie Thomas Hofmann (Kreisgeschäftsführer BRK Kreisverband Ostallgäu).

Nach einem gelungenen Festakt bedankte sich Förderstättenleiter Thomas Pahl (rechts) bei seinem Mitarbeiterteam für die gute Unterstützung und dass sie alle mit so viel Herzblut bei der täglichen Arbeit dabei sind.

Fotos: Marketingagentur Tenambergen

 

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